Landesgymnasium für Hochbegabte Schwäbisch Gmünd
 




Jungforscher des LGH auf Erfolgstour. Motto: „Zukunft – Ich gestalte sie!“ Im Bild Julia Piazolo und Margaretha Feulner , Klasse 12

51. Jugend-forscht-Wettbewerb

Regionalwettbewerb Staufen/Alb fand am 17./18.2. 2017 am Rechberg-Gymnasium in Donzdorf statt




Besonders freuen können sich drei Teams, die den Regionalsieg in der jeweiligen Kategorie erringen konnten und ihre Forschungsarbeiten nun bei den Landeswettbewerben in Bahlingen bzw. Fellbach präsentieren dürfen.

Dazu gehört zum einen Tim Palm (Klasse 9a), der, betreut von Frau Dr. Lomonosova und Herrn Alexander Schönborn, bereits zum zweiten Mal bei Schüler experimentieren antrat. Im vergangenen Jahr hatte er beim Regionalwettbewerb in Oberkochen mit der Analyse und dem Programmieren des am LGH sehr beliebten TRIO-Spiels den 2. Platz errungen. In diesem Jahr beeindruckte er die Wettbewerbsjury mit seinem Lösungsalgorithmus und dem Programm für das Spiel Master Mind und errang den Regionalsieg in der Kategorie Mathematik/Informatik.

Julia Piazolo und Margaretha Feulner (beide Klasse 12a) erforschten in ihrem Projekt, das von Frau Dr. Tsalastra-Greul betreut wurde und in der Kategorie Biologie bei Jugend forscht an den Start ging, den Ursprung der Anreicherung von Antibiotikaresistenzen in multiresistenten Keimen, welche in Rohmilch zu finden sind. Mit der „Gefahr aus dem Stall“, wie das Forschungsthema der bei-den Schülerinnen sehr passend überschrieben war, hätten sie kein aktuelleres Thema wählen können. Sie beeindruckten die Jury nicht nur mit ihren fundierten fachlichen Kenntnissen, sondern auch durch den zielgerichteten Einsatz molekularbiologischer Methoden, bei denen die beiden dankenswerterweise die Unterstützung der Universität Ulm hatten, und erhielten für ihre fundierte wissenschaftliche Arbeit den 1. Preis.

Anna Grosch und Frederieke Lohmann (Klasse 10b bzw. 10a) griffen hingegen ein Projektthema auf, mit dem vor zwei Jahren bereits LGH-Schüler beim Regionalwettbewerb in Oberkochen angetreten waren. Ihre Forschungsarbeit beschäftigte sich mit der Weiterentwicklung und Optimierung einer regenerativ arbeitenden Batterie, welche Fotosynthesereaktionen zur Gewinnung und Speicherung elektrischer Energie aus Licht nutzt. Nachdem das Projekt beim damaligen Wettbewerb bereits mit dem 3. Preis ausgezeichnet wurde, gelang den beiden Schülerinnen durch eine beharrliche und zielgerichtete Fehlerforschung und die schrittweise aufwändige Optimierung ihrer Messaufbauten in diesem Jahr der Regionalsieg in der Kategorie Chemie bei Jugend forscht.

Neben dem Projekt von Julia und Greta beschäftigten sich jedoch noch drei weitere Jungforscher-Teams mit biologischen Fachthemen:

Samira Nickl und Annabel von Schickh (beide Klasse 12a) befassten sich z. B. mit einer gerade für die Schülerinnen und Schüler unseres schuleigenen Internats brandaktuellen und deshalb sicherlich überaus interessanten Thematik. Sie hatten im Rahmen ihres Projektthemas die Effizienz der in den Wohngruppen des LGH verbreiteten typischen Spültechniken untersucht und waren durch eine gründliche und stichhaltige statistische Auswertung ihrer Untersuchungsergebnisse zu der Erkenntnis gelangt, dass es hygienisch bei weitem am effektivsten ist, Geschirr unter fließendem heißem Wasser zu spülen und vor Wiederverwendung dann zunächst einige Tage im Schrank zu lagern, um das Absterben restlicher Keime sicherzustellen. Auf diese Weise kann eine Kreuzkontamination von Lebensmitteln und damit auch die eventuelle Übertragung schädlicher Keime verhindert werden. Die Forschungsergebnisse der beiden Schülerinnen, die beim Regionalwettbewerb mit einem 2. Platz belohnt wurden, sollen allen LGH-WGs zeitnah zugänglich gemacht werden, um auf diesem Wege die Schülerinnen und Schüler unserer Schule für die große Bedeutung hygienischer Standards gerade in Keimherden wie etwa gemeinschaftlich genutzten Küchen erreichen zu können.

Auch die Schüler Paul Klaaßen und Maximilian Broek (beide Klasse 9a) beschäftigten sich mit einem biologischen Forschungsgegenstand und traten damit in der Wettbewerbssparte Schüler experimentieren an. Sie untersuchten Wasserproben, welche Frau Dr. Lomonosova und Herr Dr. Oganian in zahlreichen Urlauben vom Toten Meer mitgebracht hatten und gingen dabei der Frage nach, ob dieses Wasser tatsächlich so totbringend ist, wie es der Name des Gewässers vermuten lässt. Tatsächlich fanden sie heraus, dass sowohl Bakterien als auch die Samen höherer Pflanzen durchaus in der Lage waren, zeitweise in einer solch vermeintlich lebensfeindlichen Umgebung zu überleben. Zur Vorbereitung auf ihre experimentellen Untersuchungen mussten sich Paul und Maximilian vertieft mit biologischen Inhalten der gymnasialen Oberstufe vertraut machen. Für die praktische Durchführung der Versuche benötigten sie hingegen Grundfertigkeiten im mikrobiologischen Arbeiten im S1-Labor, bei dem sie von ihrer vorangegangenen Teilnahme am Additum NUGI junior profitierten. Für ihre Mühen wurden die beiden beim Wettbewerb mit einem dritten Platz belohnt und stehen nun schon für das nächste Forschungsprojekt in den Startlöchern.

Sinah Schadl und Corinna Oeß (beide Klasse 12a) gingen unter Betreuung von Frau Dr. Tsalastra-Greul hingegen einer alten Behauptung des berühmten Wissenschafts-Genies Linus Pauling nach, der bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts postuliert hatte, dass Vitamin C eine zentrale Rolle in der Vorbeugung und Therapie von Krebs spielt, weil es die Zellen unseres Körpers angeblich vor mutationsfördernden Einflüssen schütze. Durch zahlreiche Experimente im schuleigenen S1-Labor, in welchem sie Bakterien, die festgelegte Mengen an Vitamin C erhielten, unter kontrollierten Bedingungen hoher UV-Strahlung aussetzten, fanden sie tatsächlich Belege für das Pau-ling´sche Postulat. Sie wurden dafür mit einem Sonderpreis und einem Jahresabonnement der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ ausgezeichnet.

Und nicht zuletzt konnte das Landesgymnasium auch in der Kategorie Technik bei Jugend forscht erneut einen Erfolg verzeichnen, der diesmal durch eine Kooperation mit der Gmünder Wissenswerkstatt „Eule“ ermöglicht wurde. Maximilian Hecker (Klasse 11a) ging in dieser Kategorie nämlich bereits zum zweiten Mal an den Start. Im letzten Jahr schaffte er es beim Regionalwettbewerb in Oberkochen mit der Entwicklung eines aktiven Aufpralldämpfungssystems für Autos bereits auf den 3. Platz. Dies war für ihn Ansporn zur Weiterentwicklung und Optimierung des von ihm entwickelten und bereits patentierten Systems. Unterstützt wurde er diesmal durch seinen Freund und Mitstreiter David Lippstreu vom Franziskus-Gymnasium Mutlangen sowie von seinem Außenbetreuer und Mitarbeiter der „Eule“, Herrn Florian Wengert. Die Wissenswerkstatt unter Leitung des Projektkoordinators Herrn Kurt Schaal stellte den beiden Schülern neben umfangreichem Know How, viel Zeit und Geduld und zahlreichen Geräten und Materialien auch die notwendigen Fertigungsmaschinen bzw. -techniken zur Verfügung, ohne die der hervorragende 2. Platz, den die bei-den Schüler erzielten, niemals möglich gewesen wäre. Dafür gilt den Mitarbeitern der „Eule“ unser aufrichtiger Dank!

Wir gratulieren allen unseren Jungforscherinnen und Jungforschern zu diesen tollen Ergebnissen, wünschen ihnen auch weiterhin viel Elan, nie endende Motivation und eine gehörige Portion Ideenreichtum für alle zukünftigen Forschungsprojekte, und drücken den drei Regionalsiegern nun die Daumen für den Landeswettbewerb! Alexander Schönborn, Kollegium



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