Landesgymnasium für Hochbegabte Schwäbisch Gmünd
 




7. bis 15. März 2017, Schüler der Klassen 8 und 9 fahren nach Aix-les-Bains - Empfang im Rathaus von Aix-les-Bains am Tag der Ankunft

La vie est belle!

Erster Teil des Frankreichaustauschs 2016/2017 mit unserer Partnerschule, dem Collège Jean-Jacques Perret am Lac du Bourget




Schon bei der Anreise wurde allen klar, dass wir wohl oder übel mit den Franzosen kommunizieren mussten. Selbst die Unsichersten konnten den Konversationen nicht entgehen, die sich beim herzlichen Empfang im Rathaus von allen Seiten anboten. Mit vielen verschiedenen Sprachen (von denen einige nicht offiziell existieren) lief die Verständigung besser als viele es sich vorgestellt hatten, und vielen wurde schon in der wenigen Zeit klar, wie viel Wortschatz sie sich in ihrer Schulzeit zugelegt hatten, und wie nützlich die „unnötigen Vokabeln“ letztendlich waren, wenn auch nur um für Heiterkeit zu sorgen.
Nach dem Empfang ging es erst richtig los: das echte Abenteuer hatte begonnen.
Es gibt keine „französischen Familien“. Wir haben schnell festgestellt, dass es zwar allgemeine französische oder örtliche Bräuche gibt, aber diese den individuellen Familiengewohnheiten keine Grenzen setzten. Viele wurden überrascht, und in der Whatsapp-Gruppe (die natürlich nicht fehlen durfte), wurden noch am selben Abend Erfahrungen ausgetauscht, zum Beispiel „Was gab es bei euch zu essen?“ oder „Deine Familie mag wohl Schimmelkäse echt gern…“.
An den nächsten Tagen folgten mehrere Ausflüge kultureller Art, unter anderem die Besichtigung von Grenoble und Aix-les-Bains, und ein sportlicher Event: Schneeschuhlaufen. Tatsächlich konnte uns die Gegend immer wieder überraschen, da es zwar am Lac du Bourget herrlich warm war, aber man auf den Gipfeln der umliegenden Berge noch problemlos Wintersport treiben konnte.
Das Wochenende verbrachten wir in verschiedensten Weisen in den Familien, bereisten die umliegenden Gegenden und bekamen, in vielen Fällen, die ausgefallensten Karnevalskostüme zu sehen. Zur gleichen Zeit wurde immer mehr und immer sicherer gesprochen, und obwohl man in der Gruppe die Nähe seiner Schulkameraden suchte, begann man sich im Familienkreis einzufügen und in den meisten Fällen eine Freundschaft mit dem Austauschpartner zu entwickeln.
Zwischen den vielen Ausflügen erlebten wir an zwei Tagen auch den dortigen Unterricht, und somit gewohnten Alltag, natürlich auf Französisch und mit einem ungewohnten Sprachtempo: seltsamerweise sprachen die Lehrer nicht so schön deutlich wie die künstlich motivierten Stimmen aus dem CD-Spieler. Doch selbst wenn man nicht immer alles verstanden hat, und bei der Interpretation französischer Gedichte leider aussetzen musste, hat sich die Erfahrung gelohnt, um feststellen zu können, wie unterschiedlich die schulische Erziehung dort abläuft.
Als Abschluss eine wunderschöne Bootsfahrt über den See und ein kleines Abschiedsfest mit unseren Partnern, die wir schon bald wieder begrüßen werden, wenn sie uns am LGH besuchen kommen. An dem Ort, den wir unser Zuhause nennen.
An dieser Stelle richtet sich unser tiefster Dank an die beiden begleitenden Lehrkräfte, Frau Fauth und Herrn Schäfer. Sie haben nicht nur den Austausch mitorganisiert, sondern haben uns während der Reise Tag für Tag ertragen und hatten für jeden Kummer ein offenes Ohr, wenn nicht sogar zwei. Ehrlich gesagt glaube ich, dass selbst wenn sie sich beide Ohren zugehalten hätten, die allgemeinen Wunschäußerungen „Wo sind hier die Toiletten?“, „Hat’s hier kein Wlan?“, und vor allem „Kommen wir an einem Bäcker vorbei?“ nicht zu überhören gewesen wären. Wir hoffen, dass Sie, obwohl Sie die meiste Zeit damit verbracht haben, Schüler von Schaufenstern von Chocolatiers und Boulangeries wegzuziehen, Spaß an dem Austausch hatten. Ebenfalls danken wir den Familien vor Ort für die Gastfreundlichkeit und die Geduld beim Entziffern unserer kreativen Satzkonstruktionen, und den französischen Lehrern für die Möglichkeit, ihren Unterricht zu besuchen.
Der Austausch mit Aix-les-Bains hat uns allen gezeigt, dass Französisch keine Sprache, sondern eine Lebensart ist. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen gemacht, und ist etwas offener geworden. Indem wir andere Länder bereisen, und andere Kulturen kennenlernen, leisten wir somit auch unseren kleinen Beitrag zum Zusammenhalt in Europa, und ein bisschen auch der Menschen insgesamt.

„Würdest du so einen Austausch nochmal machen?“
„Oui, Yes, Si, Sim, Ken, Sea, Jes, Hai, Ndiyo, Da, Na’am… habe ich schon ja gesagt?“

Chiara Ghiglione, Klasse 9



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