Landesgymnasium für Hochbegabte Schwäbisch Gmünd
 


Teilchen, Technik, Teslariesen...

Exkursion Elementarteilchenphysik zum...

CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, CERN ist eine Großforschungseinrichtung bei Meyrin im Kanton Genf in der Schweiz




Am Donnerstag ließen wir uns im Berufsverkehr mit der Tram weg vom See in Richtung französischer Grenze bis zum CERN treiben. Herr Dr. Rolf Landua, Gründer der Antimateriefabrik, hielt uns einen facettenreichen Vortrag über Antimaterie mit Bezug zu dem besagten Hollywood-Blockbuster "Illuminati". Auf ein Mittagessen in der internationalen Cafeteria des CERN und einen Rundgang über das Gelände, inklusive der Entstehungsstätte des World Wide Web, des Audimax und der Zentrale der ATLAS- und CMS-Experimente, folgte der Empfang in der Antimateriefabrik durch Herrn Dr. Michael Doser, welche wir mit ihm besichtigen und dabei seine detaillierten Ausführungen anhören durften und reichlich Fragen stellten. 1995 wurde dort der weltweit erste Antiwasserstoff hergestellt. Ebenso wie über die Anfänge der dortigen Forschungen klärte er uns über höchstaktuelle Fragen und Problematiken auf. Derzeit wird versucht, Experimente rund um den Antiproton-Decelerator zu verbessern und zu entwerfen, die eventuell mikroskopische Unterschiede zwischen Materie und Antimaterie enthüllen könnten - besonders im Bereich der Gravitation.
Beeindruckend war die Größe der Anlagen, aktivgekühlter Quadrupolmagneten im Teslabereich, tonnenschwerer, strahlenabschirmender Gussbetonsteine und Elektronenkühlungsanlagen für den auf der Kreisbahn befindlichen Protonenstrahl. Nach einer kurzen Pause folgte ein weiterer Stadtrundgang durch das malerische und elegante Genf. Schön war es, die Französischkenntnisse wieder anzuwenden. Den Abend ließen wir bei gemeinsamem Käsefondue ausklingen.

Freitags fuhren wir erneut am Flughafen vorbei zum CERN, da wir zu einem interessanten Treffen eingeladen waren. Herr Professor Jack Steinberger, 94 Jahre alt, führte uns durch das Institut in sein Büro, wo wir lange mit ihm über Themen wie z. B. erneuerbare Energien diskutierten und uns über seinen Werdegang, die Forschung zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges und seine Arbeit unterhielten. Herr Prof. Steinberger hatte einige Zeit, nachdem er in jungen Jahren während Hitlers Machtergreifung aus Bad Kissingen in die Vereinigten Staaten geflohen war, seine Doktorarbeit bei Enrico Fermi geschrieben und mit vielen anderen namenhaften Forschern Kontakt gehabt - u. a. mit Einstein, Oppenheimer, Feynman und Landau. In den 1960er-Jahren begann er seine Forschungen am CERN, 1988 erhielt er für die bereits zuvor erfolgte Entdeckung des Myon-Neutrinos an der Columbia-Universität in New York City zusammen mit Melvin Schwartz und Leon Max Ledermann den Nobelpreis für Physik.

Zum Abschluss besuchten wir die neue Microcosm-Ausstellung. Diese Ausstellung ermöglichte uns einen Einblick in die Teilchen-, Beschleuniger- und Detektorphysik, die beispielsweise am LHC zum Einsatz kommt. Sie bestach mit einer Fülle an komplexen technischen Bauteilen aus den Detektoren der größten Maschine der Menschheit. Am darauffolgenden letzten Nachmittag führte uns eine Entdeckungstour quer durch Genf. Höhepunkte waren der Palast der Nationen - Sitz der Vereinten Nationen in Genf, die Welthandelsorganisation WTO und eine Schiffahrt mit den Mouettes Genevoises über den Genfer See unter dem Panorama des weiß bis rosa strahlenden Mont Blanc.

Am Samstag verabschiedeten wir Frau Zheng auf dem Weg zu ihrem transatlantischen Flug am Hauptbahnhof, wo wir Genf um 08:15 mit der Eisenbahn Richtung Norden verließen.
Wir passierten den Genfer See, den Jura und die Alpen. Das Land wurde flacher und bald hatten wir wieder württembergischen Boden unter den Füßen.
Für die Organisation der eindrücklichen und erlebnisreichen Fahrt bedanken wir uns herzlich bei Herrn Bauer. Joscha Lauer, Klasse 12



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