Landesgymnasium für Hochbegabte Schwäbisch Gmünd
 


Akzeleration mal anders...

Besuch beim Teilchenbeschleuniger CERN in Genf




Am nächsten Vormittag erwartete uns am CERN Michael Doser zu einem Vortrag über die Experimente der Antimateriefabrik, insbesondere darüber, wie man Antiwasserstoff herstellt und diesen weiter untersucht. In der Antimateriefabrik befand sich auch ein für solche Experimente benötigter Teilchenentschleuniger, in welchem Antiprotonen kreisen.
Herr Doser führte uns auch in sein faszinierendes Experiment zum waagrechten Wurf von Antimaterie ein und zeigte uns die Geräte der Antimateriefabrik.
Anschließend erfolgte eine Führung von Herrn Bauer über das CERN-Gelände, bei dem viele interessante Orte besucht wurden, wie beispielsweise die Entstehungsstätte des World Wide Web, der Hörsaal, in dem die Entdeckung des Higgs-Bosons verkündet wurde oder das CERN-Schülerlabor. Auf diesem Rundgang konnten wir auch die blauen Dipolmagnete sehen, die im LHC verwendet werden. Einer ist auch auf unserem Gruppenbild abgebildet.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der CERN-Kantine erhielt die Schülergruppe einen Vortrag von Herrn Prof. Jack Steinberger, dem Nobelpreisträger für Physik des Jahres 1988. Er teilte sich den Nobelpreis mit Leon M. Lederman und Melvin Schwartz für die Neutrinostrahlmethode und die Entdeckung eines neuen Neutrinos - des Myon-Neutrinos.
Herr Prof. Steinberger berichtete uns über sein abwechslungsreiches Leben und anschließend diskutierte die Gruppe ausgiebig mit Herrn Prof. Steinberger über Themen wie Teilchenphysik, den Klimawandel und alternative Energien.
Letzter Programmpunkt am CERN war der Besuch des ATLAS-Kontrollzentrums, welcher der größte Detektor am CERN ist.
Hier hielt Markus Joos, der Ingenieur am ATLAS ist, einen Vortrag über die Funktionsweise des Detektors und führte uns durch das Kontrollzentrum.
Nach diesem sehr ereignisreichen Tag entspannte sich die Gruppe abends bei einem Schweizer Käsefondue. Am darauffolgenden Tag fuhren wir mit vielen beschleunigenden Eindrücken im Gepäck wieder zurück zum LGH.
Hier sei ausdrücklich Herrn Bauer gedankt für die investierte Zeit und die Mühen, der teilnehmenden Schülergruppe diese außergewöhnliche Exkursion zu ermöglichen und die interessanten Gesprächspartner zu vermitteln. Silvia Varcus, Klasse 10c



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CERN auf einen Blick
CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung (Conseil Européen pour laRecherche Nucléaire), ist eines der größten und renommiertesten Zentren für physikalische Grundlagenforschung der Welt. Hier suchen Forscher nach den fundamentalen Gesetzen des Universums. Bei CERN werden die weltweit größten und komplexesten Geräte genutzt, um die kleinsten Bestandteile der Materie zu erforschen: die Elementarteilchen.
Die Geräte, die CERN zu diesem Zweck einsetzt, sind Teilchenbeschleuniger und Detektoren. Die Beschleuniger bringen die Teilchen auf hohe Energien, bevor sie aufeinander treffen. Die Detektoren beobachten und erfassen die Ergebnisse dieser Kollisionen. Indem sie die Kollisionen von Elementarteilchen untersuchen, gewinnen Wissenschaftler Erkenntnisse über die Naturgesetze.
Das Forschungszentrum CERN wurde 1954 gegründet und liegt an der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz bei Genf. CERN war eines der ersten gemeinsamen Projekte Europas und hat heute 21 Mitgliedsstaaten.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF übernimmt mit jährlich rund 130 Millionen Euro etwa 20 Prozent des 650 Millionen Euro umfassenden CERN-Haushaltes. Damit ist Deutschland der größte Beitragszahler. Das BMBF stellt außerdem jährlich 15 Millionen Euro für Projekte an Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland bereit, die sich an der Arbeit am CERN beteiligen und die Forschungsanlagen nutzen.
Wissenschaftler am CERN: mehr als 8000 aus 85 Nationen
Beschleuniger: Large Hadron Collider LHC, fast 1000 deutsche Wissenschaftler forschen hier. Generaldirektor: Prof. Dr. Rolf-Dieter Heuer (Deutschland)



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