Landesgymnasium für Hochbegabte Schwäbisch Gmünd
 


Eine runde Reise zur Partnerschule in Saumur, Loire

Austausch mit dem Lycée Duplessis-Mornay

"Quand les anges voyagent, il fait toujours beau" --- "Wenn Engel reisen, lacht der Himmel (Tränen)"




Spielerisch der erste Tag, der nach einer Nachtfahrt mit dem Empfang der durch die Schulleitung beginnt und sich fortsetzt mit einer Schülerrallye in der Altstadt Saumurs, bevor die deutschen Schüler um 18:00 Uhr mit ihren „corres“ zu ihren Gasteltern aufbrechen. Der Dienstag ist geprägt von Besichtigungen. Dabei stehen im Mittelpunkt die Klosterabtei Fontevraud am Vormittag und der Besuch der weltweit renommierten Wein- und Sektkellerei ‘ Maison Ackermann‘ in Saumur mit Verkostung von Champagner, Crémant und Wein. http://www.ackerman.fr/

In der im Jahre 1101 von Robert Arbrissel gegründeten Abbaye Notre Dame de Fontevraud vollzieht sich über mehrere Jahrhunderte hinweg der Vollzug der gregorianischen Reformen, die in dieser Klosterstadt und zusammen mit Cluny und Bernard de Clairvaux in Troyes die Reform der Kirche vorantreibt. Dabei prägt Robert d’Arbrissel vor allem neue konstitutive und umwälzende Merkmale des Klosterlebens seiner Zeit. Die beeindruckende Führung durch den französischen Historiker und „guide médiateur“ Antoine Font, dessen Vortrag an schwierigen Stellen der Übersetzung (ts) bedarf, überzeugt durch Faktenfülle und Prägnanz und öffnet den Zuhörern/Schülern eine neue Welt. http://www.fontevraud.fr/

Der für den gleichen Nachmittag geplante Fahrradausflug entfällt wegen Regens und der Überflutung der Loire, die während unseres Aufenthaltes einen Rekordpegel der letzten 30 Jahre erreicht. Stattdessen wird die ‚Maison Ackermann‘ besucht, wo während der Führung der Entstehungsprozess aller weinbasierenden Produkte nach der „méthode champenoise“erklärt wird. Dem folgt eine „dégustation“. Dass in Abtei und Weinkellerei jeweils thematisch fokussierte Kunst bekannter Künstler der Gegenwart unterstreicht dabei den umfassenden Anspruch des allgegenwärtigen französischen Kulturbegriffs. Der Mittwoch ist am Vormittag dem gemeinsamen Unterricht der „corres“ vorbehalten, während sich der schulfreie Nachmittag in den Familien abspielt.

Der folgende Tagesausflug zum „Puy du Fou“, einem beeindruckenden Themenpark in der Vendée, wird von historisch-epischen Großspektakeln beherrscht, wie etwa ‘Les Vikings‘, ‘Le Signe Du Triomphe‘, ‘Les Chevaliers De La Table Ronde‘, ‘Le Dernier Panache‘ etc., die den Besucher einen ganzen Tag auf einem riesigen Gelände mit ausgezeichneter Unterhaltung und technischen Finessen in Atem halten. Alle Veranstaltungen spiegeln auch den ganz eigenen, konservativ-bürgerlichen Charakter dieses Landstrichs, der Vendée, und heben insbesondere, gemessen an den präsentierten Inhalten, deren fundamentalkatholische Färbung hervor. Der Freitag gestaltet sich etwas sachlicher, zunächst in einer gemeinsamen Projektstunde der deutschen und französischen Partnerschüler, in der die jeweilige Partnerschule durch die Gastschüler evaluiert wird. Die Ergebnisse dieser Umfrage werden nach ihrer Auswertung auf dieser Website veröffentlicht werden.
Dann geht es nach Angers (ca. 160.000 Einwohner), wo alle deutschen und französischen Schüler nach dem Besuch einer eigens für Schüler und andere Besucher stark didaktisierten Kunstausstellung, ‘Musée Jean Lurçat et de la tapisserie contemporaine‘, - dort können sie sich ein Bild von der klassischen Moderne, hier zum Themenkreis Hiroshima und Apokalypse, in einer französischen Variante machen - endlich Freizeit zum Kennenlernen Angers und der dortigen Geschäfte haben.
Das Wochenende gestalten die Gastfamilien sowie die französischen Schüler mit einem gemeinsamen Abschlussfest.
Wenn Engel reisen und auf tolle Partner treffen, dann gibt es auch Abschiedstränen, so zu sehen bei der Abfahrt zurück nach Deutschland am Sonntagnachmittag. Die guten Erinnerungen aber bleiben zusammen mit der Aussicht auf den nächsten Austausch. Thomas Schäfer, Kollegium



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