Am Landesgymnasium hatten wir vom 19. bis 26. Januar 2026 Besuch aus Faenza – 18 Austauschschüler*innen haben sich auf den Weg gemacht, unsere Schule und Schwäbisch Gmünd, die Partnerstadt Faenzas kennenzulernen. Über die Erlebnisse in der Austauschwoche haben die LGHler ein kleines Tagebuch geführt, dessen Berichte von der Begegnung erzählen.
Montag, 19. Januar – Begrüßungsabend
Am Abend des 19.01 erwartete unsere deutsche Gruppe schon gespannt auf das Ankommen unserer italienischen Gäste. Wir alle waren voller Vorfreude sie endlich persönlich kennenlernen zu dürfen. Als sie dann schließlich ankamen, versammelten wir uns im Bistro unserer Schule und aßen gemeinsam Maultaschen in der Brühe. In meiner kleinen Runde aus fühlte ich mich wohl, da wir alle einander fast augenblicklich sympathisch fanden. Aus anfangs zögerlichem Smalltalk entstanden nach einiger Zeit interessante Gespräche, in denen wir über unsere Kulturellen Unterschiede sprachen und viele neue Dinge lernten. Allgemein habe ich eine sehr schöne Stimmung an diesem ersten Abend wahrnehmen können. Nun freue ich mich unglaublich daran, dass ich an diesem Austausch teilnehmen durfte und bin schon wirklich darauf gespannt, was ich durch ihn noch alles lernen werde.
Dienstag, 20. Januar – in Schwäbisch Gmünd
Am Morgen sind wir mit den Italienern in die Mensa zum Frühstück gegangen. Danach hatten sie eine Begrüßung von Herr Häcker, während wir im Unterricht waren. Nach der ersten Stunde haben wir die Italiener wieder aus der Mensa abgeholt und sind in den Unterricht gegangen.
Am ersten Nachmittag unseres Austauschs besuchten die italienischen und deutschen Austauschpartner gemeinsam das Rathaus. Dort wurden wir vom Bürgermeister Schwäbisch Gmünds mit einer herzlichen Willkommensrede empfangen, in der er die Bedeutung des kulturellen Austauschs und der internationalen Freundschaften betonte. Im Anschluss daran nahmen wir an einer Stadtführung teil, die auf Italienisch gehalten wurde und den Gästen einen ersten Einblick in die Geschichte und Kultur der Stadt ermöglichte. Nach diesem langen Nachmittag verbrachten die Austauschpartner gemeinsam einen gemütlichen Abend in den WGs.
Am Abend des 20. Januars versammelten sich die Italiener der WG Droysen zusammen mit den deutschen Schülern des Landesgymnasiums Schwäbisch Gmünd im Wohnzimmer der WG, wo sie sich gemütlich auf dem Sofa zusammenkuschelten und über die Schulen der jeweiligen Beteiligten, deren Mitschüler und deren Lehrer austauschten. Auch beratschlagten sie sich über verschiedene Emotionen, darunter jenes geheimnisvolle Gefühl, das Liebe genannt wird. Alle hatten riesigen Spaß und haben diesen Abend in vollen Zügen genossen. Es war ein wunderbares Erlebnis, eines, das uns mit den neu angereisten Italienern, die erst seit Montag da waren, nähergebracht hat.
Mittwoch, 21. Januar
Am Mittwochmorgen sind wir gemeinsam um 6:50 etwa in die Mensa gegangen und beim gemeinsamen Frühstück den Tag einklinken lassen (als noch nicht viele Menschen in der Mensa waren). Daraufhin ist sie mitgekommen in den Deutschunterricht und saß bei ihrer italienischen Freundin. Nach der Deutsstunde hatten wir frei, ich habe Hausaufgaben in der Bibliothek erledigt, die ich ihr die Tage davor gezeigt hatte, sie hat währenddessen ihre italienische Freundin getroffen.
Da seit meinem ersten Treffen mit meiner Austauschpartnerin schon einige Tage vergangen waren, kannten wir uns nun viel besser und verstanden uns recht gut. Am Mittwoch hatte ich vormittags keinen Unterricht, da eine Stunde ausgefallen ist. Daher hatten wir noch mehr Zeit, uns auszutauschen und eine hoffentlich langanhaltende Freundschaft aufzubauen. Deshalb verbrachten wir den Mittwoch in langen Gesprächen über Themen, die uns bewegen. Dieser Tag war sehr bereichernd für uns beide und bot einen wundervollen Auftakt zur Reise nach Stuttgart am darauffolgenden Tag.
Den Mittwochabend haben alle Austauschteilnehmer zusammen verbracht. Einige italienische Schüler hatten geplant Nudeln für alle, die mitmachen wollten zu kochen, deswegen haben wir uns alle nach dem Abendessen in der Mensa direkt in einer WG getroffen. Dort herrschte direkt eine gesellige Atmosphäre bei der wir sehr leckere Nudeln genießen durften. Der Abend hat sehr viel Spaß gemacht und war eine gute Gelegenheit mit anderen Italienern als dem eigenen Austauschpartner in Kontakt zu treten.
Donnerstag, 22. Januar – Ausflug nach Stuttgart
Der Besuch im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart-Bad Cannstatt am Vormittag war eine wirklich tolle Erfahrung, die weit über das bloße Anschauen von Autos hinausging. Besonders die Tablet-Quizze zu den ausgestellten Autos oder den Infotexten waren spannend gestaltet und haben mir einiges an neuem Wissen vermittelt. Auch die Stationen mit Reaktions- und Boxenstopp-Spielen waren beeindruckend, da sie die enormen Leistungen der Formel-1-Fahrer und ihrer Crews sehr anschaulich demonstrierten. Abgerundet wurde der Ausflug durch eine Pause in der kleinen, aber sehr leckeren Bäckerei des Museums.
Nachdem wir das Museum verlassen hatten, wollten wir mit dem Bus zu einem Einkaufszentrum fahren, dem Milaneo. Am Anfang gab es jedoch kurz Verwirrung, da unsere Lehrer Probleme mit Google Maps hatten und das Einkaufszentrum nicht sofort gefunden wurde. Nach kurzer Zeit klärte sich das aber und wir konnten losfahren. Dort angekommen, haben wir uns im Milaneo umgeschaut. Es gab viele verschiedene Geschäfte, weshalb sich alle in kleinen Gruppen aufgeteilt haben. Wir hatten ungefähr eine Stunde Zeit und konnten in Ruhe durch die Läden gehen. Dabei hatten wir insgesamt sehr viel Spaß und die Zeit verging ziemlich schnell. Danach haben wir uns wieder am ausgemachten Treffpunkt getroffen.
Anschließend sind wir in die nahegelegene Stadtbibliothek gegangen. Viele von uns waren überrascht, wie groß und modern sie war. Es gab dort sehr viele Bücher, aber auch andere Medien, zum Beispiel Lernplätze und verschiedene Bereiche zum Lesen. Die Bibliothek wirkte sehr ruhig und ordentlich, was einen starken Gegensatz zum Einkaufszentrum davor darstellte. Trotzdem hatten wir auch dort als Gruppe eine gute Zeit und konnten uns etwas umsehen.
Nach einiger Zeit sind wir mit der Bahn weiter zum Charlottenplatz gefahren. Von dort aus sind wir zu Fuß zur Stuttgarter Königsstraße gelaufen. Inzwischen war es schon später geworden, weshalb wir dort nicht mehr so viel Zeit hatten. Wir waren ungefähr eine halbe Stunde auf der Königsstraße unterwegs. Auch wenn der Aufenthalt dort relativ kurz war, hat der Ausflug weiterhin Spaß gemacht.
Als wir uns danach wieder getroffen haben, waren fast alle Schülerinnen anwesend. Drei Schülerinnen kamen etwa eine Viertelstunde zu spät dazu. Dadurch wurde es kurz etwas stressig, aber wir haben den Zug noch bekommen. Etwa eine Stunde später sind wir wieder am LGH angekommen und waren pünktlich zum Abendessen dort. Insgesamt hatten wir an diesem Tag sehr viel Spaß und der Ausflug war für alle ein schönes Erlebnis.
Unsere Austauschschüler begleiteten uns zum Schulabend, welcher allerdings auf deutsch war, somit verstanden sie dort nicht viel. Es gab allerdings auch Beiträge, die allem Anschein nach auch international verständlich waren, da auch von italienischer Seite Gelächter kam. Nach dem Schulabend sind wir dann mit unseren Gästen wieder ins Internat gegangen und haben dort den restlichen Abend verbracht.
Freitag, 23. Januar – noch ein Tag am LGH
Wir hatten zur ersten Stunde, deswegen wussten wir um 6:00 Uhr Aufstehen Nach dem Frühstück halten wir Physik. Um die Italiener ehr in den Unterricht einzubeziehen, hat unsere Lehrerin alles auch auf Englisch erklärt. Darm hatten wir Deutsch und haben über die Epochen der Lyrik geredet und uns auf Sturm & Drang spezifiziert, In der dritten stunde hatten wir Geschichte Unsere Lehrerin hat die Italiener nach ihrem Geschichtsunterricht gefragt und ihnen gesagt, worüber wir gerade reden und was wir alles dieses Schuljahr machen. Dann haben wir noch ein Lied zu unserem jetzigen Thema gehört und Aufgaben bearbeitet.
Nach dem Unterricht sind wir zum Mittagessen gegangen. Es gab nur veganes Essen, zur Feier von Veganuary.
Lucia und ich waren in der 4. Stunde im Tanzadditum und in der 5. in NWT bei Frau Wedemayer. In der Mittagspause waren wir kurz in der WG. Lucia tanzt gerne, deswegen hat sie sich aufs Tanzen gefreut, nur konnte niemand von den Italienerinnen (es waren 4 da) die Standard- und Lateintänze die wir lernen. Am Anfang haben wir immer eine Weile freies Tanzen in verschiedenen Tänzen, was für sie schwierig war, nur Discofox hat gut funktioniert und scheint ihnen allen Spaß gemacht zu haben, weil wir ihnen relativ schnell den Grundschritt beibringen konnten. Wir haben in dieser Stunde einen neuen Tanz gelernt (Paso Doble), wobei die Italiener mitgemacht haben. Leider hat Frau Heidinger immer Deutsch gesprochen und sie konnten die Grundlagen wie die Tanzhaltung nicht, weswegen es für sie schwierig war mitzukommen, aber sie haben es trotzdem ziemlich gut hinbekommen. Als wir am Ende nochmal freies Tanzen hatten, haben Lucia und ich einige verschiedene Tänze getanzt, was uns beiden Spaß gemacht hat, auch wenn es natürlich nicht ganz funktioniert hat. Ich glaube, für die anderen Italiener war die Stunde insgesamt auch interessant und sie hatten Spaß.
Nach der Stunde haben wir uns einen Nachmittagssnack geholt und sind dann zu NWT gegangen, was für Lucia leider ziemlich uninteressant war, weil Frau Wedemayer größtenteils Deutsch gesprochen hat und sie sich außerdem nicht so wirklich für Naturwissenschaften interessiert. Weil sie nichts zum Lesen dabei hatte und kaum andere Italiener da waren, anders als in den meisten anderen Stunden, und wir größtenteils Aufgaben gemacht haben, für die ihr Vorwissen fehlen würde, hat sie sich in dieser Stunde eher gelangweilt. Sie meinte, sie wäre noch ziemlich müde von dem Ausflug gestern und dem Tanzen eben und würde Stunde deswegen zum Ausruhen nutzen, aber ich glaube, irgendeine Beschäftigung wäre ihr trotzdem lieber gewesen. In der 6. Stunde waren wir in der WG, aber weil ich noch für ein paar Arbeiten und Tests lernen musste, hat Lucia mit Franzi und ihrer Austauschpartnerin Anna Spiele gespielt.
An unserem gemeinsamen WG-Abend hatten wir sehr viel Spaß zusammen mit den Italienern. Wir haben zusammen gekocht, einen Film geschaut und sehr viel gelacht. Der Film hat, auf Grund des veralteten Weltbildes, besonders für allgemeine Belustigung gesorgt.
Samstag, 24. Januar
Am Samstagabend, den 24. Januar, sind wir mit unseren Austauschschülern in die Stadt gegangen und haben uns einige Geschäfte angeschaut. Danach haben wir Pizza gegessen. Besonders Pizza Opa fanden die italienischen Austauschschüler zuerst komisch, aber nach dem Probieren schmeckte sie ihnen doch ganz gut. Insgesamt war es ein sehr schöner Abend, an dem wir viel geredet und uns besser kennengelernt haben.
Sonntag, 25. Januar – individuelle Ausflüge
Der Tag hat ganz entspannt mit Ausschlafen bis um ca. 9 Uhr begonnen, danach ging es zu einem langen Frühstück in die Mensa. Um 13 Uhr trafen meine Austauschschülerin und ich uns mit ein paar anderen in der Sporthalle, wo wir dann bis ca. 14.30 Uhr blieben.
Wir haben am Sonntag viel Zeit einfach im Internat verbracht und verschiedene Brettspiele gespielt und auch etwas Tischtennis. Am Abend haben wir in der Sporthalle etwas Badminton gespielt und dann haben wir noch in der Mensa zu Abend gegessen.
Um 15 Uhr kam meine Familie, die meine Austauschschülerin treffen wollte, am LGH an und wir spazierten alle zusammen in die Innenstadt von Schwäbisch Gmünd. Dort setzten wir uns in ein Café, aßen Kuchen und unterhielten uns viel. Zurück liefen wir durch den Schnee, was nochmal ein besonderes Highlight war.
Am Sonntag, den 25. Januar, gingen die deutschen und italienischen Austauschschüler*innen vormittags zunächst zum Brunch, bei welchem sie gemütlich frühstückten und sich unterhielten. Anschließend waren die Italiener*innen eine Weile in den Freizeiträumen und spielten Ping Pong und Tischkicker. Den Nachmittag ihres letzten gemeinsamen Tages verbrachten WG Droysen und ihre Austauschpartnerinnnen mit gemeinsamen Backen und Kochen in der Küche, bevor sie sich für die Abschiedsveranstaltung im Bistro vorbereiteten.
Gemeinsamer Abschlussabend
Als Abschluss des Besuches diente dann am Sonntagabend, dem 25.01, eine letzte gemeinsame Mahlzeit. Zu einer guten Portion Spätzle unterhielt man sich entweder über die vergangenen Tage, oder über aktuelle geopolitische Begebenheiten. Danach trennten sich die Wege: Manche fanden sich am Tischkicker zusammen, andere im Freizeitraum zum spontanen Tanz-Crashkurs und wieder andere zur Schneeballschlacht auf der Internatswiese.
Vom 9. bis 16. März 2026 werden die LGHler nach Faenza reisen. Buon viaggio!
Die teilnehmenden Schüler*innen